Glücklich mit der Glyx-Diät?

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Ich bin kein Freund von Diäten und der Begriff „Diät“ lässt mich in den meisten Fällen gleich zwei Kilo Gewicht zunehmen. Wenn ich ehrlich bin, habe ich aber auch noch nie eine Diät durchgehalten, geschweige denn ernsthaft in Angriff genommen.

Auseinandergesetzt habe ich mich schon mit den unterschiedlichsten Diätformen – Atkins-, Dukan-, Eiweiß-, Low Carb-, Mittelmeer- oder auch die Steinzeiternährungs-Diät …Ich würde sagen es ist die rein berufliche Neugier.

Gefallen hat mir die Glyx-Diät, weil der Name so scheint, als würde man damit „glücklich“ werden. Macht diese Diätform allerdings wirklich glücklich?

Glyx-Diät: Grundwissen

„Montag“… es ist immer der nächste Montag für den man sich vornimmt mit der gewichtsreduzierenden Maßnahme zu starten. Fällt dieser Montag noch zufällig auf den ersten eines Monats, ist der Tag doch wirklich prädestiniert und egal mit welche Diät man startet, sie muss einfach funktionieren.

Wäre mir nicht jetzt schon bewusst, dass ich scheitern würde, weil meine Disziplin mich in der Hinsicht immer im Stich lässt, dann könnte ich jetzt von meinem Selbstversuch berichten. So wird es allerdings eher eine theoretische Begutachtung der Glyx-Diät.

Die Glyx-Diät ist eng verbunden mit dem Begriff des „glykämischen Index“. 1999 führte Marion Grillpanzer den Begriff als Kurzform für „glykämischer Index“ ein.


Exkurs: Glykämischer Index

Der glykämische Index (GI) gibt Aufschluss darüber, wie stark ein Nahrungsmittel auf die Höhe des Blutzuckerspiegels wirkt. Er ist ein Maß dafür, wie schnell die Kohlenhydrate verdaut und in Form Zucker ins Blut gelangen.

Vereinfacht bedeutet es:
Nahrungsmittel mit einem hohen GI werden schnell verdaut, gelangen ins Blut und haben einen schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels zur Folge. Als Reaktion schüttet der Körper Insulin aus, um den Zucker abzubauen.

Insulin sorgt dafür, dass die Körperzellen den Blutzucker aufnehmen. Genauso schnell wie der Blutzuckerspiegel angestiegen ist, fällt er deshalb auch wieder. Hunger setzt ein.

Bei Lebensmitteln mit niedrigem GI steigt der Blutzuckerspiegel langsamer und insgesamt geringer an. Der Körper produziert weniger Insulin. Weniger Zucker im Blut bedeutet weniger Zucker in Muskel- und Fettzellen. Blutzuckerwerte werden reduziert und der Aufbau von Fettgewebe durch überschüssigen Blutzucker vermieden. Das Sättigungsgefühl bleibt länger erhalten.


Welche Nahrungsmittel bei der Glyx-Diät?

Alle Nahrungsmittel weisen Werte zwischen 100 (Glukose) und ca. 10 (Avocado) auf. Aufgeteilt werden sie in Lebensmittel mit hohem (70 – 100), mittlerem (50 – 69) und niedrigem (unter 50) glykämischen Index. Bei der Glyx-Diät sollen Nahrungsmittel mit hohem glykämischen Index

Verlockend, aber in der Glyx-Diät leider tabu: Die Nussschnecke

Verlockend, aber in der Glyx-Diät leider tabu: Die Nussschnecke

vermieden werden. Der Anteil der Makronährstoffe (Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße) in den Lebensmittel ist dabei nachrangig. Ausgelegt ist „Glyx“ nicht auf eine kurzfristige Diät, sondern durchaus auf eine Dauerernährung, bei der Ernährungs-Gewohnheiten eventuell komplett umgestellt werden. Es ist eine vollwertige Versorgung, die Wert auf Ballaststoffe, Vitamine und lebensnotwendige Fettsäuren legt.

Es gibt mehrere Diäten, die dem GI große Bedeutung beimessen. Neben der Glyx-Diät verfolgen auch die Montignac- und die Logi-Diät ähnliche Ansätze.

Laut Glyx: Speiseeis macht schlank und die Kartoffel ist böse?

Allein betrachtet können durch die GI-Werte allerdings auch Empfehlungen für offensichtlich ungeeigneten Lebensmitteln ausgesprochen werden. Speiseeis z.B. hat mit 35 einen niedrigeren GI als Kartoffeln mit 65. Neben dem GI sollte bei der Gewichtsreduktion unbedingt auch die aufgenommene Energiemenge berücksichtigt werden.

Als alleiniger Faktor ist der Wert nur bedingt zu gebrauchen. Die Schwankungen des Blutzuckerspiegels sind neben dem GI noch von anderen Faktoren abhängig. Anstiege können also nicht nur auf den reinen Kohlenhydratanteil der Nahrungsmittel zurückgeführt werden. Auch Flüssigkeitsgehalt, Temperatur sowie Fett- und Ballaststoffgehalt haben einen Einfluss.

Grapefruits haben inen iedrigen glykämischen Index und dürfen bedenklos vernascht werden

Grapefruits haben einen niedrigen glykämischen Index und dürfen bedenklos vernascht werden

Es konnte festgestellt werden, dass nicht jedes Nahrungsmittel mit hohem GI auch zu einem schnellen und hohen Blutzuckerspiegel führt und nicht alle Lebensmittel, die einen niedrigen GI haben, auch nur geringfügige und langsame Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel aufweisen.

Ein weiterer Kritikpunkt an dem Konzept: Der glykämische Index variiert nicht nur von Lebensmittel zu Lebensmittel, sondern hängt auch von der Zubereitung, Kombination von Lebensmittel und dem individuellen Stoffwechsel ab.


Rechenbeispiel:
Betrachtet man einen Vergleich zwischen gekochten Möhren und einem Baguette, so kann festgestellt werden, dass beide einem glykämischen von 70 haben. Bedeutet das für mich, dass Möhren genauso gut für die Gewichtsreduktion sind wie Weißbrot?

Möhren haben im Vergleich zum Baguette eine geringere Kohlenhydratdichte. Um 50 g Kohlenhydrate aufzunehmen müsste man 700 g Möhren essen. Das Baguette mit dem gleichen GI hat eine hohe Kohlenhydratdichte. Bereits 104 g des Weißbrots reichen aus, um die die gleiche Menge an Kohlenhydraten aufzunehmen.

„104 g Baguettebrot führen somit zu der selben Blutzuckerreaktion wie die Zufuhr von 700 g gekochte Möhren!“


Ist die Glyx-Diät empfehlenswert?

Das Möhren und Weißbrot-Beispiel konnte mich überzeugen. Das Speiseeis hin und wieder gesund ist und sich vor allem positiv auf die Psyche wirkt, würde ich nicht bestreiten.

Mein Verständnis von einer Gewichtsreduktion hat immer etwas mit der Energiebilanz zu tun. Das ist einfach und man muss nicht viel rechnen. Wer mehr Kalorien zu sich nimmt als er verbraucht, nimmt zu und umgedreht.

Das ist ganz unabhängig vom glykämischen Index und den niedrigen Werten der Nahrungsmittel. Das Nahrungsspektrum der Glyx-Diät entspricht in weiten Teilen einer vollwertigen Ernährung.

Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse sollten auf dem Speiseplan stehen und nur in geringem Maß durch isolierte Zucker ergänzt werden. Ob ich mich dafür auf den GI versteifen sollte, ist fraglich.

3 Klare Regeln ohne Zahlen – Vollwertig ernähren! Sport treiben! Alkohol vermeiden!

Ausgewogen, bewusst und vollwertig ernähren, Sport treiben, sich regelmäßig bewegen sowie Alkohol meiden, dann steht einer Gewichtsreduktion nichts mehr im Wege. Dieser ganzheitliche Ansatz wird natürlich auch bei der Glyx-Diät nicht außer Acht gelassen. Auch Sport und die Vermeidung von Stress empfiehlt Marion Grillpanzer als Wunderwaffe gegen die Pfunde.

Natürlich habe ich diese Diätform noch nicht getestet…in theoretischer Hinsicht hat sie mich allerdings nicht überzeugt.

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