Octane Zero Runner – Für und Wider

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Sprechen Tacheles
Henok und Simon besprechen den Octane Zero Runner

An Innovationen scheiden sich oft die Geister. Nur weil etwas neu ist, muss es ja nicht gut sein. Und das was von einigen als Revolution gefeiert wird, wird von anderen als Marketing-Masche abgetan. Solche Maschen-Geräte gibt es bei uns im Shop nicht, aber wir diskutieren natürlich auch über unser Sortiment. Eine solche Neuigkeit (erst Ende 2014 in unseren Shop gekommen), über die es unterschiedliche Meinungen gibt, ist der Octane Zero Runner. Unser Blog-Autor Simon und unser Category-Manager Henok haben mal Ihre Meinungen dazu offengelegt.

Simon gibt Kontra

Der Zero Runner von Octane ist keinesfalls ein schlechtes Fitnessgerät. Ich habe ihn ja auch selbst getestet hier in Schleswig und finde das Konzept interessant, aber man muss beim allgemeinen Lob für den Zero Runner auch einige Negativ-Aspekte erwähnen, finde ich.

Als erstes fiel mir dabei das „Einsteigen“ auf. Es ist nicht schwer, aber ungewohnt – vor allem, wenn man nicht darauf vorbereitet ist. Durch die freie Aufhängung muss man beim Einsteigen ein wenig aufpassen und darf nicht zu schwungvoll dabei sein. Wenn man dann erst einmal in den Trittflächen steht und die Griffe (beweglich wie beim Crosstrainer) in der Hand hat, steht man aber total sicher.

Das Training ist gelenkschonend

Dabei fällt aber auch auf, dass der größte Vorteil im Vergleich zu anderen Fitnessgeräten auch ein Manko sein kann. Durch die Gelenkkonstruktion ist das Training auf dem Zero Runner absolut gelenkschonend. „Zero Impact“, also überhaupt keine Gelenkbelastung, verspricht der Hersteller. Und tatsächlich: Ich laufe nach kurzer Zeit „angenehm“ rund auf dem Octane Zero Runner. Das Training ist fordernd, aber die Belastung der Gelenke wie man sie auf dem Laufband und selbst noch auf dem Crosstrainer hat, bleibt aus.

Das große ABER

Mir erscheint die Bewegung nicht besonders realistisch und alltagsnah. Normalerweise gibt die Schwerkraft den Muskeln und Knochen das Signal, wie stark sie sein müssen, um den Belastungen des Alltags standzuhalten. Diese wirkt sich dann jedes Mal beim Auftreten aus und der Körper passt sich an. Die Anpassungsreaktionen nehmen aber ab, wenn Muskeln und Knochen künstlich entlastet werden.

Genauso ist es auch bei den Gelenken. Das Training auf dem Zero Runner entlastet die Gelenke, bzw. es gibt erst gar keine Belastung der Gelenke. Die Gelenke von gesunden Sportler brauchen aber auch Belastung. Die Aufprallkräfte beim Bodenkontakt, wie sie während des Laufens wirken, bleiben auf dem Zero Runner aus – diese Aufprallkräfte werden von der Muskulatur in Füßen und Beinen absorbiert, was diese Muskeln trainiert. Dieser nützliche Reiz bleibt auf dem Zero Runner größtenteils aus.

Außerdem ist die Bewegung zumindest teilweise geführt. Ich kann zwar sehr unterschiedliche Laufstile von sehr kurzen Schritten bis zu sehr langen Schritten ausführen, in Laufrichtung ist die Bewegung aber geführt. Dadurch fehlt der Bewegung der koordinative Anspruch. Der stabilisierenden Muskulatur im Bereich der Beine wird dieser Trainingsreiz teilweise genommen.

Fazit:

Trotz der Vorbehalte hat der Zero Runner seine Daseinsberechtigung. Dieses Gerät ist die Rettung für Sportler mit Beschwerden im Bereich der Gelenke. Wenn das Joggen auf dem Laufband nicht mehr beschwerdefrei möglich ist, bietet der Zero Runner einen Ausweg, um weiter Joggen zu können. Denn auch ohne den Aufprall ist das Cardiotraining auf dem Zero Runner durchaus fordernd.

Henok spricht für den Zero Runner

Der Octane Zero Runner lässt sich im Vergleich zu anderen Fitnessgeräten nur schwer einordnen. Wir haben uns zum Beispiel gefragt: Ist das eher wie ein Laufband oder eher wie ein Crosstrainer? Und schließlich kamen wir zu dem Schluss, dass es beides ist und beides auch nicht. Gerade deshalb halte ich den Zero Runner für ein so revolutionäres Fitnessgerät im Bereich des Lauftraining.

Besonders gut gefällt mir am Zero Runner, dass er wirklich angenehmes und freies Laufen ermöglicht. Na klar, ist das am Anfang etwas ungewöhnlich, aber das Ungewöhnliche macht ja auch Spaß. Man ist vor allem überhaupt nicht auf eine Bewegungsart beschränkt. Da ich im Einkauf tätig bin und selber häufig verschiedene Crosstrainer und Laufbänder teste, stellte ich mich auch beim Zero Runner zunächst auf eine Art festgelegten Bewegungsablauf ein. Dem war nicht so! Besonders beeindruckt hat mich die freiwählbare Schrittlänge und Schritthöhe, die man seinem ganz persönlichen Laufstil und auch Trainingsziel anpassen kann. Das kannte ich vorher so nicht. Im Vergleich zum Crosstrainer oder zum Laufband bietet der Zero Runner da echte Vorteile. Bei guten Crosstrainern kann man die Schrittlänge noch verändern, bei Laufbändern Geschwindigkeit und Steigung. Es wird aber schwer, wenn man mal andere Laufformen probieren möchte, z.B. Tippel-Schritte. Dabei sind diese für Sportler auch wichtig.

Nun habe ich so viel über die Bewegung erzählt, ohne den wichtigsten Punkt zu erwähnen: Dauerhaft ist der Zero Runner auch noch gelenkschonder als so manches Gerät, da Octanes Werbeslogen „Zero Impact“ wirklich zutrifft. (Ich persönlich hätte auch den Namen „Octane Fitness Free Runner“ als zutreffend empfunden, allerdings weiß ich nicht, ob dieser schon existiert bzw. geschützt ist). Man kann exzellent seine Ausdauer auf dem Zero Runner trainieren, ohne die Gelenke zu belasten.

Ich würde den Zero Runner Personen empfehlen, die bspw. Nach einer Verletzung wieder ins Training finden möchten. Da ich vor einigen Jahren durch Basketball selbst einen Meniskusriss erlitten habe, weiß ich, wie wichtig es ist, gerade dannach wieder effektives und aufbauendes Training zu absolvieren. Hätte es den Zero Runner damals gegeben, hätte ich ihn genau dafür verwendet.

Ein weiterer Bonus ist, dass man bei diesem Gerät auch zusätzlich noch den Widerstand einstellen kann, ähnlich wie bei herkömmlichen Cardiogeräten.

Das gläserne Display macht einen richtig edlen Eindruck und ist meiner Meinung nach nicht vergleichbar mit einer herkömmlichen LCD oder LED Konsole. Meine Einkaufskollegen und Geschäftsführer Sebastian Campmann waren von Anfang an interessiert am Zero Runner und dies hat sich nach dem Praxistest auch nicht geändert.

Fazit:

Ich glaube, der Zero Runner schafft es wirklich, ein breites Spektrum an potentiellen Nutzern einzufangen. Der Anfänger, der auf hohen Komfort steht, Personen, die diesen für therapeuthische Zwecke nutzen möchten und für ambitionierte Läufer, die ein möglichst realistisches Laufgefühl im Indoorbereich nicht missen wollen.

One thought on “Octane Zero Runner – Für und Wider

  1. Pasquale Tarantino

    Hallo Simon,
    Ich sehe für die neue Gerätegattung ebenso ein Daseinsberechtigung; speziell für die Zielgruppe der ambitionierten Läufer mit ersten Gelenkbeschwerden, denen ein Umstieg auf einen klassischen Ellipitcal- / Crosstrainer zu radikal erscheint 🙂

    Grüße Pasquale

    Antworten

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