9 sichere Tipps, um den Fitness Tracker zu betrügen

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Fitness Tracker betrügen - so gehts
Schön wärs. Damit wir unsere Trainingsziele erreichen, müssen wir den Fitness Tracker betrügen. Das geht so:

Fitness Tracker und Fitness Armbänder sind aus vielen Gründen eine tolle Sache; das ist unbestritten. Mit ihnen lässt sich die „eigene Aktivität nachverfolgen für einen gesünderen, aktiveren Lebenswandel“. Auch finanziell machen sich die kleinen Gadgets mittlerweile schon bezahlt, wenn man sich bewegt. Für die Bewegungsmuffel haben wir aber Tipps herausgesucht, um Euren Fitness Tracker zu betrügen.

Fitness Tracker machen sich bezahlt

Mittlerweile gibt es schon Unternehmen, die ihre Mitarbeiter für körperliche Aktivität belohnen. Es gibt Versicherungen, die Prämien an besonders aktive Versicherte ausschütten. Und dann gibt es natürlich noch die kleinen Wettkämpfe unter Freunden und Kollegen. Wer hat sein Tagesziel erreicht? Wer hat mehr Kalorien verballert? Also: nichts als Vorteile!

Aber wer bewegt sich schon gerne?

Nur sehen wir der Realität mal in ihre kaltes, unbarmherziges Gesicht: Bewegung nervt! Eine Haltestation früher aussteigen? Es gibt Gegenden in Hamburg, da will man definitiv nicht früher aussteigen. In London übrigens auch nicht, außerdem regnet es da immer. In anderen Städten wie Schleswig hat sich die Idee „Öffentlicher Personennahverkehr“ noch gar nicht rumgesprochen. Da bleibt einem nur das Auto, wenn man nicht regengetränkt und/oder in Schweiß mariniert auf Rad zur Arbeit kommen möchte.

Aber Bewegung ist nun einmal notwendig, um die Tagesziele zu erreichen. Darum haben wir Euch einige Tipps zusammengesucht, um Euren Fitness Tracker, Euren Jawbone oder FitBit, Euren Withings oder Euren cardiostrong zu betrügen und Euren Freunden einen gepflegten Bären aufzubinden.
Lasst es stürmen, hageln, schneien, lasst den Himmel alle Schleusen öffnen – mit unseren Fitness Tracker Tipps, gewinnt Ihr jede Challenge und müsst dafür kaum einen Fuß vor die Tür setzen. Zum Glück gibt es sie noch die Denker, die den ganzen Tag an ihren Schreibtischen sitzen und sich den Kopf darüber zerbrechen, wie man Bewegung vortäuscht. Hier die besten Tipps, Euren Activity Tracker zu betrügen:

10 beste Tipps zum Betrügen Eures Fitness Trackers

Schon Gottfried Benn wusste zu berichten:

„Ich finde schon Gehen eine unnatürliche Bewegungsart, Tiere laufen, aber der Mensch sollte reiten oder fahren.“

Und Benn war immerhin Arzt.

Die Bohrmaschine

Die Bohrmaschine macht es Euch besonders einfach, eine hohe Tages-Aktivität zu erreichen. Besonders gut: eine Hand bleibt frei. Man kann also noch telefonieren und zum Beispiel dem Vaterdavon berichten, dass man sein Werkzeug nun endlich gewinnbringend nutze. Befestigt den Activity Tracker einfach am Aufsatz und lasst die Bohrmaschine laufen. Gebt nicht Vollgas, sonst erleidet auch der Fitness Tracker Schleudertrauma und hört auf, zu zählen.

Das Haustier

Habt Ihr einen Hund oder eine Katze, die auch alleine ein wenig herumtollen kann? Dann macht Euch diesen tierischen Bewegungsdrang zunutze! Befestigt den kleinen Bewegungssensor am Halsband und lasst ihn raus den Tiger. Eure Krankenkasse wird stolz auf die Aktivität sein! Sollte Euer Haustier allerdings ein faules Schwein sein, wird aus dem Betrug nichts. Zum Glück haben wir noch weitere Tipps!

Der Metronom

Der Beruf Pianist ist ein wundervoller Beruf. Kein 9-to-5 Job wie jeder andere. Trotzdem ist er mit jeder Menge sitzen verbunden. Wenn man nicht gerade wie ein von der Tarantel gestochener Rock’n’Roller im Stehen in die Tasten hauen kann, ist Sitzen sogar die einzige Möglichkeit diese Tätigkeit vernünftig auszuführen. Aber das heißt noch lange nicht, dass der Fitness Tracker eines Klavierspielers Inaktivität anzeigen müsste. Ganz im Gegenteil, Pianisten verfügen oft über das perfekte Instrument, den Fitness Tracker zu betrügen: den Metronom. Erklärt sich wohl von selbst.

Für Physiker bietet sich indes das Pendel an. Das lässt sich auch im Sitzen immer wieder anstoßen und sorgt für ein paar Schritte. Und hey, nebenbei noch die Erdrotation bewiesen. Nice move!

Der Fahrradreifen

Der größte Nachteil an einem Fitness Tracker: man muss sich bewegen. Der zweitgrößte: Da schwingt man sich mal aufs Fahrrad und bewegt sich, da zählt das Ding unsere zurückgelegten Kilometer noch nicht mal. Es sei denn: Ihr bringt den Fitness Tracker in den Speichen an, das zählt ordentlich Schritte. Und wenn Ihr Euch eine Replik von Duchamps Fahrrad-Rad besorgt, müsst Ihr nicht einmal Radfahren, um Euch auf einfache Art und Weise Schritte zu ergaunern.

Das Fernsehen

Beim Fernsehen gibt es definitiv auch Handbewegungen, die schnelles Gehen simulieren können.

Wenn Ihr zum Beispiel Fußball guckt und immer wieder jubelnd oder im Wutausbruch Eure Fäuste gen Himmel streckt und ihm mit zitternder Faust droht. Da springen schon ein paar Schritte raus. Oder wenn Ihr die neueste Bibel-Nackedei-Show im Privatfernsehen seht und Eure Faust auf und niederschleudert, weil Ihr vor Wut über das grausame TV-Programm Eure Fernbedienung immer wieder auf die Tischkante schlagt, um sie dafür zu bestrafen, dass sie das Umschalten ermöglicht hat.

Die Kinder

Dürft Ihr Euch auch so glücklich schätzen, Kinder Euer eigen zu nennen? Die kleinen Racker! Wisst Ihr was das Schöne an ihnen ist? Ihr natürlicher Bewegungsdrang! Bindet Eurem Kleinen, den Fitness Tracker um das Bein oder um den Arm. Während Euer Liebling sich also auf dem Spielplatz austobt, sammelt Ihr Schritte und könnt mit anderen Eltern auf der Bank sitzen und über Eure Kinder reden. Oder Ihr postet was auf facebook, zum Beispiel wie schlimm die Kinder heute doch seien. Die spielen nicht mehr draußen Cowboy und Indianer, sondern nur noch am Computer oder sie hängen in den sozialen Netzwerken ab.

Die Cocktails und das Rührei

Ihr habt eine Abendgesellschaft geladen und wisst bereits, dass der Abend vornehm bewegungslos im Ohrensessel oder slackig auf der Couch stattfinden wird? Tja, da kommen keine Schritte zusammen. Hier ein Tipp zum Aufpeppen des Abends und für ein paar Extraschritte. Statt einen trockenen Rotwein oder einen rauchigen Single Malt serviert Ihr Cocktails, die geschüttelt zubereitet werden. Ein Cocktail ersetzt 5 Minuten Spaziergang an der frischen Luft.

Statt der traditionellen Mitternachts-Spiegeleier könnt Ihr auch köstliche Omelettes zubereiten. Die haben den Vorteil, dass Ihr Sie erst mit dem Quirl schaumig schlagen müsst. Pro Omelette zwei Minuten Spaziergang! Und außerdem: hochwertige Proteine!

Die Landstraße in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein bewegen sich Autofahrer eindeutig mehr als in anderen Bundesländern – zumindest, wenn man Fitness Armbändern Glauben schenken darf. Denn jeder Kilometer schleswig-holsteinischer Landstraße ersetzt wegen suboptimalen Fahrbahnzustandes 200 m Spaziergang. Fahrt doch einfach einen kleinen Umweg zur Arbeit, Euer Arbeitgeber wird erfreut sein, ob Eurer gesunden Bewegungsfreude.

Der Ventilator

Es ist heiß im Sommer, das Büro stickig. Ein Lüftchen regt sich – leider nicht. Die Konzentration ist zu 50 % damit beschäftigt, den Schweißfluss einzudämmen. Wie steht man denn sonst vor der 20jährigen Auszubildenden da? Warum schwitzt die nicht, hat die überhaupt Poren?

Wer soll da noch an Bewegung denken? Ich denke da nur noch an den Ventilator … und schon weht uns eine weitere Idee zu. Den Ventilator für die kühle Brise nutzen und gleichzeitig am Tagesziel arbeiten.

Die Zukunft wird leider düster

Neben der Gruppe unbewegter Denker, die sich Wege ausdenken, den Fitness Tracker zu bescheissen, gibt es leider noch eine zweite Gruppe kluger Köpfe. Die sitzt zwar auch, arbeitet aber daran, die Fitness Tracker cleverer zu machen. Die bauen nun Sachen wie GPS-Sensoren ein. Die neuen Geräte messen die Herzfrequenz oder erheben andere Daten und kriegen dann auch mit, ob wir sie an der Nase herumführen wollen. Die Bewegungssensoren der Fitness Tracker der neuen Generation sind so gut, dass sie im Vergleich mit meiner GPS Uhr kaum noch einen Unterschied bei der zurückgelegten Strecke anzeigen.

Sieht wohl so aus, als wenn wir uns doch wieder bewegen müssen.

3 thoughts on “9 sichere Tipps, um den Fitness Tracker zu betrügen

  1. Sylvia

    Was für eine erfrischende Schreibe! Die macht Leselust. Eigentlich war ich kürzlich nur auf der Suche nach Empfehlungen für eine Kalorienzähl-App und bin heute beim surfen der Seite hier länger hängen geblieben. Euer Artikel war übrigens sehr hilfreich. Ich habe mich für die FDDB Extender beschrieben und bin nach drei Tagen Nutzung immer noch zufrieden.

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  2. Sylvia

    Nachtrag: meine Finger hatten heute wohl noch nicht genug Bewegung …ich habe die FDDB App natürlich nicht „beschrieben“ … sondern mich „dafür entschieden“.

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