Sport steckt an Eine neue Studie zeigt: Wenig aktive Sportler lassen sich durch den Kontakt zu aktiveren Sportlern in ihrer Leistung positiv beeinflussen

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Wenn ein Freund auf Facebook oder Twitter eine Zusammenfassung der letzten Trainingseinheit postet, empfinden wir das entweder als Inspiration oder als Angeberei. Egal, wie unsere erste Reaktion darauf ausfällt, kann ein sportbegeisterter Bekannter dadurch eine Verhaltensänderung bei uns bewirken. Eine amerikanische Studie hat diese Zusammenhänge untersucht und kommt zu einem erstaunlichen Ergebnis. Ich habe die Studie zusammengefasst und erkläre Euch, wie Ihr die Effekte für Euer Training nutzen könnt.

Jeder kennt ihn, den Fitness-Enthusiasten, der in den sozialen Netzwerken ständig über erfolgreiche Läufe und Trainingseinheiten berichtet. In den meisten Fällen übernimmt die Software bzw. die App von Fitness-Trackern und Sportuhren die Aufgabe, eine Zusammenfassung jeder abgeschlossenen Trainingseinheit automatisch auf Facebook und Twitter zu veröffentlichen – vorausgesetzt wir haben diese Funktion vorher aktiviert.

Die Reaktionen auf diese Statusmeldungen, welche stolz von sportlichem Fleiß berichten, sind dabei sehr unterschiedlich. Unabhängig davon, ob wir diese Erfolgsmeldungen als nervig oder inspirierend empfinden, können sie uns dazu motivieren, selbst sportlich aktiv zu werden.

So funktioniert soziale Ansteckung

Wie diese Motivation wirkt, haben jetzt Wissenschaftler des amerikanischen MIT herausgefunden. Über einen Zeitraum von fünf Jahren haben die Forscher Daten von Fitness Trackern von Nutzern aus Nordamerika, Europa und Asien gesammelt. Es wurden Trainingsdaten von 1,1 Millionen Läufern ausgewertet, die im Untersuchungszeitraum insgesamt 350 Millionen Kilometer gelaufen waren und diese Trainingseinheiten mit ihren 3,4 Millionen Freunden und Bekannten auf Facebook und Twitter teilten.
Je dichter das Netzwerk in den sozialen Medien war, desto höher war der Einfluss auf die eigene sportliche Aktivität. Wenn also zwei Freunde mehrere gemeinsame Bekanntschaften auf Facebook pflegen und mit einer dieser „Sportskanonen“ verbunden sind, ist die Chance groß, dass einer der beiden Freunde sich davon motivieren lässt und sogar versucht, die sportlichen Leistungen des Vorbilds zu übertreffen.

Die Forscher begründen diese sogenannte „soziale Ansteckung“, die zu mehr sportlicher Aktivität und höherer Leistung führt, durch den Wunsch, nicht übertroffen, überholt oder abgehängt zu werden.

Dabei ließen sich männliche Studienteilnehmer sowohl von Männern als auch von Frauen zu mehr sportlicher Aktivität motivieren, wobei sich die Teilnehmerinnen nur von anderen Frauen beeinflussen ließen.

Dies ist die erste Studie, für die Forscher eine so große Menge an Trainingsdaten gesammelt und ausgewertet haben. Die Studie zeigt, dass sich gesundheitsförderndes Verhalten über soziale Netzwerke ausbreiten kann. Außerdem liefert sie Forschungsansätze, dass der Weg zu einem gesünderen Lebensstil auch bewusst positiv beeinflusst werden kann.

Ob dieser Effekt auch bei Sportlern wirksam ist, die ihre Trainingseinheiten nicht mit einer Sportuhr oder einem Aktivitäts-Tracker aufzeichnen, konnte die Studie natürlich nicht beantworten.

So nutzt Ihr diesen Effekt für Euer Training

Die M600 ist Sportwatch, Activity Tracker und Smartwatch in einem

Die M600 von Polar ist Sportwatch, Activity Tracker und Smartwatch in einem und erlaubt es Trainingsergebnisse in sozialen Medien zu teilen.

Wenn Ihr das Statusupdate eines Freundes auf Facebook in Zukunft als Ansporn und nicht als Angeberei versteht, könnt Ihr Euch davon motivieren lassen und selbst aktiv(er) werden. Durch die Anschaffung einer Sportuhr oder eines Aktivitäts-Trackers und das Posten von Statusupdates über Euer Training in den sozialen Medien könnt Ihr einen positiven Einfluss auf das Verhalten von Freunden und Bekannten ausüben. Im besten Fall spornt Ihr Euch sogar gegenseitig zu Höchstleistungen an.

Sport steckt an – das Fazit

Das Posten von Trainingsdaten in sozialen Netzwerken hat einen hohen Einfluss auf die dort vernetzten Personen. Sport treiben ist, so hat die Studie gezeigt, ansteckend. Und das sogar über die sozialen Medien.
Fitness Tracker und Sportuhren können auf vielfältige Weise zu einem höheren Trainingspensum und besseren sportlichen Leistungen motivieren. Vor allem dann, wenn wir in einem sozialen Netzwerk mit unseren Freunden und Bekannten verbunden sind und uns der Wettkampfsituation stellen.

Die Studie zum Nachlesen: Exercise contagion in a global social network; Sinan Aral & Christos Nicolaides; Nature Communications 8, Article number: 14753 (2017); doi:10.1038/ncomms14753
https://www.nature.com/articles/ncomms14753

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