Bill Murray auf der ISPO 2020 und Holzhanteln, Gesichtsmasken

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ISPO 2020 Titelbild

Jedes Jahr Ende Januar/Anfang Februar findet in München die ISPO statt. Die ISPO ist die größte Multisegmentmesse im Sport Business weltweit. In den 18 Messehallen präsentieren ca. 2.800 Aussteller den über 80.000 Besuchern die neuesten Fitnesstrends, innovative Sportlösungen und raffinierte Business-Konzept. Als Marketingkoordinator für unsere Eigenmarken war ich auch dort, um mit unseren Lieferanten zu sprechen und ohne Quatsch jetzt: Ich habe auf der ISPO 2020 Bill Murray gesehen!

Ich betone es noch einmal: Ich war auf der ISPO 2020 – so ganz selbstverständlich ist das ja nicht. Letztes Jahr sah ich mich mit unüberwindlichen Hürden konfrontiert: ein bei Nacht zugesperrtes Parkhaus mit meinem Mietwagen darinnen und ein Streik des Bodenpersonals, der dafür gesorgt hat, dass 15 von 18 Flügen nach München ausgefallen sind. Dieses Jahr hingegen: kein Problem! Um 4 Uhr Abfahrt auf dem Sport-Tiedje Parkplatz in Schleswig und gegen 10 Uhr erstes Einchecken auf der ISPO und gleich rein ins Getümmel. Natürlich war ich nicht der einzige Tiedje auf der ISPO, insgesamt waren wir mit 12 Tiedjes dort: unsere 3 Geschäftsführer, 4 Einkäufer von Sport-Tiedje sowie 2 Einkäufer von Powerhouse Fitness, unser Leiter der Quality Control, unser Country Manager aus Spanien und ich.

Bill Murray und die Fitness-Gadgets

Ja, Ihr habt oben ganz richtig gelesen: Ich habe Bill Murray gesehen, den Bill Murray aus Caddyshack, Ghostbusters, Groundhog Day und diesem Film, wo Scarlett Johansson so hot ist (… okay, das grenzt es jetzt nicht gerade ein …). Zugegeben: Bill Murray war nicht in persona auf der ISPO 2020 und ich habe auch kein Foto oder Film von ihm gesehen, sondern ein Bild … auf einer Socke … aber mit Murmeltier! Socken also – auch das ist ISPO.

In den Hallen C1-C6 finden sich vor allem asiatische Anbieter und da gibt es alles: Laufbänder, Textilien, bei den pakistanischen Ständen gab es viele Hockey-Schläger, es gibt Fitness-Hanteln, Taucherbrillen, Schuhe und Gadgets, deren Sinn sich mir selbst nach intensivstem Ausprobieren nicht erschließen konnte. Es gibt Startblöcke, Schlitten und Tutus und viel, viel mehr – hier werden alle Bereiche von Sport abgedeckt. Nur die Comfy Balls Shorts aus dem letzten Jahr konnte ich nicht wiederfinden – wahrscheinlich aufgrund großer Nachfrage ausverkauft. In einer der C-Hallen befand sich dann noch die UK Trade Zone. Hier gab es einen ganz klaren Produktfokus. Darts. Nur Darts. Nichts als Darts.

In den B-Hallen, die für mich nur Durchgangsstation waren, tummelten sich die großen Outdoor-Marken: Skier von Völkl, Rucksäcke von Bergans, Jacken von Mammut usw., die kleinen Stände an den Seiten boten oft neue Verfahren und Lösungen an – hier roch es dann nach Skiwachs oder es gab Kleidung aus Meeresplastik. In diesen Hallen wurde das Bier dann in der Regel auch schon vor 17 Uhr aufgemacht – die Messe hatte bis 18 Uhr geöffnet.

Aus der ISPO 2020 triffen sich die Fitnessgrößen

Die interessanteste Halle für unser Einkaufsteam war die A6 – hier stellen viele der Großen der Fitnessgeräte-Branche ihre Highlights vor. Ich habe nun in dieser Halle nicht so viel Zeit verbringen können, ein paar Highlights kann ich Euch trotzdem zeigen.

Brian vom Einkaufsteam Powerhouse Fitness testet ein Wasserrudergerät mit einem innovativen neuen Widerstandssystem

WaterRower/NOHrD hat das Sortiment erweitert und auf der ISPO 2020 eine Hantelbank aus Holz und Leder präsentiert. Passend dazu wird es bald einen neuen Kompakthantelsatz mit einem Hantelständer aus Holz geben. Zugegeben: Nicht ganz günstig, aber dafür sieht es ziemlich großartig aus. Für Rudergeräte hat WaterRower ein sehr interessantes Gadget gezeigt: einen instabilen Untergrund. Dafür wird das Rudergerät auf zwei Federbretter gestellt. Dadurch neigt sich das Gerät während des Trainings zur Seite, das macht die Sache interessanter und trainiert zusätzlich noch die Core-Muskulatur.

Schmuckstück: die neue NOHrD Hantelbank aus Holz und Leder

Auch Kettler war auf der ISPO 2020 vertreten – streng genommen sogar zweimal: mit einem großen Hauptstand und einem recht kleinen Stand. Dieser gehörte – habe ich mir erklären lassen – zu Kettler Afrika. Wieder was gelernt. Der Kettler Hauptstand war natürlich für viele Besucher der ISPO sehr interessant: Wie wird sich die Marke präsentieren, jetzt, wo die Firma Trisport AG aus der Schweiz die Marke Kettler vertreiben wird? Man kann sagen: Kettler hat sich nicht versteckt. Nach den Veränderungen der letzten Zeit muss natürlich viel besprochen werden, dementsprechend gab es auch eine Besprechungstische, die gut genutzt wurden. Und es gab auch auf der Produktseite Neuigkeiten: Kettler hat ein schönes Wasserrudergerät aus Holz, den Aquarower, gezeigt.

Im Hintergrund Kettler Ergometer Klassiker und vorne der neue Kettler Aqua Rower

Bei Horizon (und Synca und Matrix und Vision Fitness) ging es gemütlich zu: Natürlich nicht im geschäftlichen Sinne, sondern unter Fitness-Aspekten: Neben den bereits bekannten Synca Massagesesseln zeigte Synca einen Hocker mit integrierter Fußmassagefunktion. Balsam für die nach zwei Messetagen geschundenen Füße.

Bei Nautilus mit seinen Marken Schwinn und Bowflex stand alles im Zeichen der Digitalisierung: Laufbänder, Heimtrainer und die Max Trainer. Diese wurden in Verbindung mit Fitness-Apps wie ZWIFT, Run Social oder Kinomap gezeigt. Der eigentliche Star ist aber die Bowflex App JRNY, die erstmals künstliche Intelligenz bei der Gestaltung des Trainings einsetzt. So wird jede Trainingseinheit individuell gestaltet. Ich bin ja nicht so leicht zu begeistern (Flasche Wein und eine signierte Thomas-Bernhard-Erstausgabe müssen schon sein), aber hier muss ich sagen: Das ist ein starkes Ding und ich hoffe, dass ich das demnächst bei uns hier in Schleswig ausprobieren kann.

Ich habe die meiste Zeit in den C-Hallen verbracht, dort gab es neben sehr vielen Atemschutzmasken (Sorgen bezüglich des Coronavirus waren auf der ISPO 2020 allgegenwärtig), einige neue Entwicklungen zu bestaunen und für mich war es eine Gelegenheit, mit den Lieferanten für unsere Eigenmarken persönlich zu sprechen, offene Fragen zu beantworten, kleinere Veränderungen anzuregen und natürlich auch, um potentielle neue Geräte zu finden.

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