Fitness Ausreden – Nie wieder Sport!

0 Kommentare
Fitness Ausreden! Nie wieder Sport
So mögen Wir Sportkleidung: ungetragen

„Fitness Ausreden – Nie wieder Sport“ heißt der nächste Erfolgstitel von Erfolgsautor und Erfinder der Erfolgsdiät „Fit mit Fett – Die Käse-Wein-Diät“ D(iete)r. Werner. Psychologisch überzeugend und mit allen Wassern gewaschen, stellt der desertierte Literaturwissenschaftler Strategien vor, mit denen Sie sich jeder Zeit um sportliche Aktivität drücken können. Diese Fitness Ausreden machen den ältesten Traum der Menschheit wahr: Nie wieder Sport. Sie fühlen sich mit Ihrem XXXL-Schweineschnitzel mit Weizenbier rundum wohl und ausgeglichen, werden aber trotzdem von Kollegen zum Sport eingeladen? Unsere Fitness Ausreden retten Ihr Seelenheil! Ihr Partner möchte lieber Joggen als Jogis Jungs im Fernsehen rennen sehen? Mit unseren Fitness Ausreden ist der Fernsehabend gesichert. Probieren Sie jetzt das ultimative Programm: Fitness Ausreden – Nie wieder Sport! Für ganz kurze Zeit mit Geld-zurück-Garantie!

1. Ich habe keine Zeit! Der unschlagbare Klassiker der Fitness Ausreden

Diese Aussage ist kurz, diese Aussage ist knapp, diese Aussage hat Knöf! Um dieser Aussage aber die volle psychologische Macht zu verleihen, müssen Sie sie mit Bestimmtheit äußern. Lassen Sie zu dieser Fitness Ausrede keinerlei Gegenfragen zu. „Wieso? Was hast Du denn vor? Fernsehnnnn?“ ist eine dieser üblen Gegenfragen. Lassen Sie keinen Zweifel daran, dass Sie keine Zeit haben. Egal, wieviel Zeit Sie haben! Gerne kommt das Argument: „Ist doch nur ’ne halbe Stunde!“ NUR? EINE? HALBE? STUNDE? In einer halben Stunde lässt sich eine Pizza im Backofen zubereiten und danach verzehren. Eine halbe Stunde ist eine Ewigkeit, um etwas anderes als Sport (auch nicht) zu tun.

Eine noch bessere Entschuldigung ist übrigens „Ich habe schon was vor.“ Mit dieser Aussage geben Sie sich mysteriös, Sie machen sich interessant! Das kommt auch bei den Frauen gut an! Oder werden Sie konkret: Papierkram (irgendwas mit Versicherung, da fragt nie jemand nach), abwaschen und morgen kommt ja die Vermieterin! Diese Argumente kann jeder nachvollziehen – das ist wichtiger als Sport, das gibt dem Leben Sinn und Ziel! Und außerdem: Bügeln ist doch auch Bewegung und die beiden Six-Packs in den dritten Stock tragen auch. Sowieso: Six-Pack, sollen die Frauen ja drauf stehen! Vorsicht ist jedoch bei großmütterlichen Geburtstagen geboten: mehr als zwei im Jahr sind unglaubwürdig oder unbürgerlich.

2. Eine der besten Fitness Ausreden: das schlechte Wetter

Sieht idyllisch aus, aber ist viel zu rutschig

Der schöne Blick zum anderen Ufer – kann man auch aus dem Fenster haben

Bei dieser Ausrede ist allerhöchste Vorsicht geboten! Irgendein Schlaumeier wird Ihnen weismachen wollen, dass Sie sich einen Crosstrainer kaufen könnten, ein anderer wird Ihnen die Ohren blutig schwärmen, wenn er Ihnen von Kettlebells erzählt. Verstopfen Sie Ihre Gehörgänge mit Wachs, das hat der listenreiche Odysseus schon getan, bleiben Sie hart und geben Sie unmissverständlich zu verstehen, dass Sie von diesem hippen Fitness-Gedöns nichts halten. Das ist doch wie mit diesem Bloggen, macht doch keiner mehr!

3. Und was ist mit diesen ganzen Gaffern?

Sie wollen nicht vor anderen Schwitzern schwitzen? Sie wollen nicht den gaffenden, geifernden Blicken sexuell deprimierter 36jähriger Fitness Blogger ausgesetzt sein? Das ist doch ganz natürlich! Und das sollten Sie auch so äußern. Ihnen wird das Argument entgegengeschleudert werden, dass die anderen doch auch schwitzen. Da kann man sich also gegenseitig riechen – wörtlich? Aber was, wenn man sich nicht riechen kann – übertragen? Lassen sich mit dieser Argumentation nicht aus die falschen Fährte locken.

„Wenn Du das Fitness-Studio nicht magst, kannst Du doch zu Hause trainieren!“ Diese Option kommt nicht in Frage. Malen Sie sich mit mir folgendes, glaubwürdiges Szenario aus: Sie haben sich ein Ergometer gekauft und trainieren nun vor dem Fernseher. Sie sind schon bei 10 Kilometern und haben über 300 kcal verbrannt. Der Schweiß spült Ihre Poren frei. Da klingelt es an der Tür – zweimal. Es ist der Postbote. Er bringt Ihnen den lang ersehnten Erfolgstitel: „Fit mit Fett 2 – Wie Frittieren mein Leben verändert hat“ von D(iete)r. Werner. Sie können so aber unmöglich zur Tür gehen, oder? Also müssen Sie das Paket am nächsten Tag von der Post abholen oder den Nachbarn mit den Sportschuhen vor der Tür aus seiner wohlverdienten Regenerationsphase (das beste am Sport!) klingeln. Schwitzen bringt nur Ärger!

4. Die natürlichste aller Fitness-Ausreden: Müdigkeit

Das sollte doch jeder verstehen! Den ganzen Tag Sitzen kann einen wirklich schaffen. Halten Sie sich aber auf jeden Fall die Ohren zu, wenn ihnen jemand mit schabernackten Gegenargumenten kommt. So häufig wie vorhersehbar ist folgendes Argument: Sie könnten sich beim Sport auspowern und später richtig gut schlafen. Aus der beobachtenden Empirie an Schlaf-Schildkröten wissen wir jedoch: auch die Trägheit kann müde machen!

5. Mein Magen ist viel zu voll.

Nur ein Speisenvorschlag, um Abnehmen aktiv entgegenzuwirken

Fitness Ausreden so lebt man sie!

„Mein Magen ist zu voll“ ist eine der phänomenalsten Fitness Ausreden unseres Planeten. Diese Ausrede ist medizinisch eindeutig belegt! Wir haben Ihnen sogar einen Rezeptvorschlag herausgesucht aus einem der beliebtesten Kochbücher aller Zeiten (und daher schon lange vergriffen).

Habt immer ein dick belegtes Weizensandwich – 3-lagig – dabei. Auf eine Grundierung von Erdnussbutter kommen mehrere Lagen Salami und Gouda. Dann die nächste Scheibe Brot auf der unteren Seite mit Schmelzkäse Doppelrahm-Stufe beschmiert und auf der oberen eine mächtige Schicht Eiersalat mit Mayonnaise. Hierauf legt Ihr Bierschinken und zwei Scheiben vom guten Scheiblettenkäse. Und jetzt ganz genau aufgepasst: legt ein Salatblatt darauf! Ihr könnt als zusätzliches Argument anbringen, dass Ihr Euch gesund ernährt! Wer braucht da schon Bewegung? Abgeschlossen wird das Sandwich mit einem ordentlichen Schlag Remoulade und der dritten Weißbrot-Scheibe.

Sollten Sie also zum Sport aufgefordert werden, halten Sie sich an Ihr Super-Sandwich, das Ihnen einen medizinisch sinnvollen Ausweg vom Sport bietet! Außerdem wird sich das Sandwich schnell auf der Hüfte vergolden.

6. Ich hab’s heute einfach im Rücken!

Glückwunsch! Sie haben sehr gut argumentiert! Denn Sport zerstört den Körper, sonst würde Kollege Marco Reus von der Borussia ja nicht andauernd ausfallen! Und für Übungen, die den Rücken stärken oder zum Beispiel Rückentrainern, die für das Rückentraining optimiert sind, ist es doch schon zu spät. Damit brauchen uns diese Besserwisser nicht kommen. Übrigens ist diese Fitness Ausrede in der Familie des Autors als großer Erfolg dokumentiert. Gedient hat keiner.

7. Sport ist langweilig!

Sofa optimal auf den Fernseher ausgerichtet und Hausbar in Reichweite - wozu Sport?

Sofa optimal auf den Fernseher ausgerichtet und Hausbar in Reichweite – wozu Sport?

Sehr gescheit gesprochen. Außerdem wird hier deutlich, dass sich die Fitness Ausreden für einen maximalen Erfolg kombinieren lassen. Das ist Output-orientiertes Denken! Das öffnet Karrieretüren! Sollte Ihnen jemand den Vorschlag unterbreiten, gemeinsam zu trainieren, verweisen Sie Ihn auf Fitness Ausrede Nr. 3! Ist es nicht viel lieblicher, bewegungslos auf dem Sofa vor sich hin zu verwesen und mit minimalem Aufwand durch die deutsche Sendervielfalt zu zappen: einer Parlamentsdebatte auf Phoenix zu lauschen, irgendeiner kombinierten Kuppel-Casting-Kochshow zu folgen, vielleicht auch Guido Knopp, der Ungeheuerliches über das Dritte Reich zu berichten hat oder die 28. Wiederholung vom Herrn der Ringe zu sehen?

Überzeugen Sie sich selbst von der Kraft dieser Fitness Ausreden und Ihnen wird eine der schönsten Erfahrungen Ihres Lebens zuteil werden: Nie wieder Sport.

Der Autor dieser Studie entschuldigt sich für den harschen Abschluss dieses Artikels. Er ist um 17:15 mit einer wundervollen Kollegin im Fitness-Studio aus den Laufbändern verabredet!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.